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Portrait Nachdiplomstudium Intensivpflege

7. Oktober 2022

Mit Leib und Seele in der Pflege – das ist Stefanie Tschümmy. Die 24-Jährige absolviert ein Nachdiplomstudium zur diplomierten Expertin Intensivpflege NDS HF. Sie berichtet über berührende sowie besonders schöne Erlebnisse bei ihrer Tätigkeit auf der Interdisziplinären Intensivstation des KSB.

«Mir gefällt besonders, dass wir eine Beziehung zu den Patienten aufbauen, da wir sie oft über eine längere Zeit betreuen und pflegen», sagt Stefanie Tschümmy über ihre Weiterbildung auf der Intensivstation (IDIS). Zudem schätzt sie den Austausch mit den Angehörigen und den Umgang mit den technischen Gerätschaften. Die 24-Jährige absolviert eine Weiterbildung in der Intensivpflege, genauer gesagt ein Nachdiplomstudium zur diplomierten Expertin Intensivpflege NDS HF. Aktuell ist sie im zweiten Studienjahr des insgesamt auf zwei Jahre angelegten Nachdiplomstudiengangs. Bereits ihre Ausbildungen zur Fachfrau Gesundheit EFZ und zur Dipl. Pflegefachfrau HF hat sie am KSB absolviert.

Nachdiplomstudium Intensivpflege: Kein Patient ist wie der andere

In einem Praktikum während ihrer Lehre zur Pflegefachfrau war Stefanie erstmals auf der IDIS tätig – und fing Feuer. «Zu uns kommen beispielsweise Patienten nach komplexen Operationen zur Überwachung und Stabilisierung. Wir bekommen aber auch Patienten nach Unfällen und Vergiftungen mit schwerwiegenden Infektionen, Wunden, Entzündungen und Funktionseinschränkungen jeglicher Organe bis hin zum Multiorganversagen.» Diese Vielfalt fasziniert sie. Kein Patient sei wie der andere, auch wenn die Krankheiten auf dem Papier den gleichen Namen hätten.

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Ich nehme jede Situation, wie sie kommt, und versuche, immer positiv zu bleiben.

Stefanie Tschümmy

Studierende zur Dipl. Expertin Intensivpflege NDS HF

Nachtschicht auf der Intensivstation

Besonders schätzt Stefanie Tschümmy die Arbeit in der Nacht. Die Nachtschicht beginnt um 23 Uhr und geht bis um 7:30 Uhr am Morgen. «Um 23 Uhr starten wir mit dem Rapport. Dann werden die Patientinnen und Patienten auf das Team verteilt. Direkt darauf folgt die Vorbereitung der Medikamente und wir führen eine Antrittskontrolle bei den Patienten durch: Dabei erfassen und beurteilen wir, wie es dem Patienten geht und überprüfen sämtliche Gerätschaften, laufende Medikamente sowie Zu- und Ableitungen. Diese wichtige Erstbeurteilung auf der Schicht dauert jeweils 30 bis 45 Minuten. Gegen 24 Uhr werden die verordneten Medikamente verabreicht.»

Die Studierende zur dipl. Expertin Intensivpflege beim Rüsten der Medikamente auf der Intensivstation.
Die Studierende zur Dipl. Expertin Intensivpflege, Stefanie Tschümmy, beim Rüsten der Medikamente.

Alle Handlungen und Medikamentengaben dokumentiert Stefanie sorgfältig in der digitalen Patientenakte. Sie achtet besonders darauf, ob sich beim Patienten etwas verändert hat: Wie sieht die Haut aus? Gibt es Auffälligkeiten an den Einstichstellen? Wie verändern sich die Vitalparameter, die von unzähligen Geräten gemessen und dargestellt werden? «Diese klinische Beurteilung mache ich sehr gern», sagt die Studierende. Unterstützt wird sie während ihrer Schicht von einer Diplomierten Expertin Intensivpflege, die sie betreut und somit auch jederzeit für Rückfragen zur Verfügung steht. Zudem werden die Studierenden während des gesamten Nachdiplomstudiums vom dafür speziell ausgebildeten und erfahrenen Berufsbildungsteam begleitet.

Der persönliche Austausch ist wichtig

Kommunikation ist das A und O – auch wenn die Patienten im Koma liegen. «Es ist wichtig, dass man mit komatösen Patienten spricht. Auch wenn sie scheinbar nichts mitbekommen», betont Stefanie. Wenn es ihre Zeit zulässt, schenkt sie ihren Patienten gern zusätzliche Aufmerksamkeit, sei es mit einer Massage, Aromen oder leiser Musik. 

Der Tag auf der Intensivstation ist oftmals ereignisreich – Immer wieder geschieht Unvorhergesehenes. «Ich nehme jede Situation, wie sie kommt, und versuche, immer positiv zu bleiben», sagt Stefanie. Dennoch gehen ihr unerwartete Verschlechterungen und die jeweiligen Schicksale, die damit einhergehen, nahe. Besonders, wenn sie auch die Familie der Patienten betreffen. «Traurig finde ich es, wenn Angehörige beim Abschied nicht dabei sein können und man als Pflegefachfrau die letzte Person ist, die einem Patienten die Hand hält.» Dies sei während der Covid-Pandemie leider manchmal der Fall gewesen. Ihre Erlebnisse von der Intensivstation versucht sie nach der Arbeit wie einen Mantel abzulegen. «Das funktioniert aber nicht immer», sagt Stefanie Tschümmy. Wichtig ist für sie deshalb, Erlebtes in Gesprächen zu verarbeiten, zum Beispiel mit dem Team, der Berufsbildung, Vorgesetzten oder Familie und Freunden.

Traumberuf Intensivpflegerin

Trotz allem: Einen schöneren Beruf als Expertin Intensivpflege kann sich Stefanie nicht vorstellen. «Ich pflege von Herzen gern!», betont sie. Natürlich trage sie eine sehr grosse Verantwortung, die sie aber gern übernehme. Denn während der Arbeit ist sie nie auf sich allein gestellt. «Ich habe mich selten so schnell wohlgefühlt wie in diesem Team. Es ist einfach schön zu erleben, wie man als Team funktionieren kann, und wie man vom Team getragen wird.»

Stefanie fühlt sich beruflich angekommen auf der IDIS. «Ich kann mir gut vorstellen, langjährig hier zu arbeiten.» Denn auch mit der Familie lasse sich der Beruf später gut vereinbaren. Und wenn sie Monate nach der Entlassung der Patienten Bilder von ihnen in der Reha oder auf einer Wanderung erhält, «ist dies für mich die allerschönste Bestätigung.»

Intensivpflege am KSB

Haben wir Ihr Interesse an einer Weiterbildung auf unserer Interdisziplinären Intensivstation geweckt? Erfahren Sie mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten zur Dipl. Expertin/Experte Intensivpflege NDS HF am KSB.

Ausbildung Intensivpflege

Die wichtigsten Schritte und Anlaufstellen zum Nachdiplomstudium in Intensivpflege

Bildung an der Aargauer Fachschule für Anästhesie,- Intensiv- und Notfallpflege (42 Schultage)
An der Fachschule erarbeiten sich die Studierenden das intensivmedizinsiche Fachwissen, das sie für die Arbeit am Patientenbett benötigen.

Bildung im Spital
Die Berufsbildung am Lernort Praxis nimmt den grössten Teil des NDS ein. Dabei geht es darum, das erworbene Wissen aus der Fachschule in die Praxis zu transferieren. Dazu finden unter der Begleitung der Berufsbildner Schulungssequenzen am Patientenbett oder Kleingruppenunterricht statt, in welchen spezifisches Fachwissen vertieft und vernetzt wird.

Praktische Bildung in benachbarten Fachgebieten
Die Praktika in benachbarten Fachgebieten dienen der Ergänzung von Kompetenzen sowie der interdisziplinären Zusammenarbeit.


Text: Vivien Wassermann • Geprüft von Stefanie Tschümmy, Lernende Dipl. Intensivpflege NDS HF, und Patrick Leute, Stationsleiter Pflege IDIS

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